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Löwen Bibliothek 1914

Die Geschichte der im Verlauf des deutschen Einmarsches in Belgien verübten Verletzungen des Kriegsvölkerrechts im Sommer 1914 zählte politisch wie historiografisch zu den scheinbar abgearbeiteten Altlasten des Ersten Weltkrieges. Doch im vierten Jahr des Zentenariums ist das toxische Thema in der Fachwissenschaft plötzlich wieder auf der Tagesordnung.

Von: 
Markus Pöhlmann
Holger Afflerbach

Was wollte Erich von Falkenhayn durch die Schlacht vor Verdun erreichen? Diese Frage hat der "Oberste Kriegsherr" Wilhelm II. im Gespräch mit Oberstleutnant Alfred Niemann wie folgt beantwortet: "Wir erstrebten den Gewinn einer Linie, aus der wir Verdun tötlich[!] bedrohten; einer Linie, die günstig war, um die bestimmt zu erwartenden französischen Gegenangriffe für die Franzosen möglichst verlustreich zu gestalten." 

Von: 
Holger Afflerbach
"Den lasse ich umlegen, das wird unser Verräter!" Endphaseverbrechen an der deutschen Zivilbevölkerung, 1945
Anlässlich der Jahrestagung 2017 des Arbeitskreises Militärgeschichte e.V. in Potsdam wurde am 20. Oktober zum zwölften Mal der Wilhelm-Deist-Preis für Militärgeschichte verliehen. Ausgezeichnet wurde Michel Scheidegger für eine 2016 an der Universität Bern eingereichte Masterarbeit mit dem Titel „,Den lasse ich umlegen, das wird unser Verräter!‘ Endphaseverbrechen an der deutschen Zivilbevölkerung, 1945“. Der Wilhelm-Deist-Preis ist mit € 1.000,00 dotiert.
Von: 
Wencke Meteling
Ein neuer Streit um das deutsche Motiv für den Angriff auf Verdun im Februar 1916
Das Bild zeigt das Fort Douaumont 1916
Was wollte Falkenhayn mit der Verdun-Operation bezwecken? Wollte er die französische Front durchbrechen oder verfolgte er tatsächlich die Idee, das gegnerische Heer "auszubluten"? Drei Historiker, die sich seit Jahren mit diesem Thema beschäftigen, legen in prononcierten Texten ihre unterschiedlichen Auffassungen zu dieser wichtigen Frage dar. Sie erscheinen in loser Folge im Laufe der nächsten Wochen.
Von: 
Holger Afflerbach, Gerd Krumeich, Christian Stachelbeck
Gerd Krumeich
Was wollte Falkenhayn mit der Verdun-Operation bezwecken? Wollte er die französische Front durchbrechen oder verfolgte er tatsächlich die Idee, das gegnerische Heer "Auszubluten"? Drei Historiker, die sich seit Jahren mit diesem Thema beschäftigen, legen in prononcierten Texten ihre unterschiedlichen Auffassungen zu dieser wichtigen Frage dar. Im ersten Beitrag analysiert Gerd Krumeich die operativen Ziele der kaiserlichen Armee.
Von: 
Gerd Krumeich
Albert Theodor Otto von Emmich, Postkartensammlung der BfZ
General Otto von Emmich (1848-1915) gehört zu den heute umstrittenen deutschen Militärs des Ersten Weltkriegs. Sein militärischer Ruhm kontrastiert mit dem Vorwurf, die ihm unterstellten Truppen hätten Kriegsverbrechen begangen. Im Rahmen eines Digitalisierungsprojekts stellte sich heraus, dass die Bibliothek für Zeitgeschichte in Stuttgart über eine Abschrift seines verschollenen Tagebuchs verfügt.
Von: 
Christian Westerhoff
Claus Bergen, Der letzte Kampf der BISMARCK“, Quelle: Marineschule Mürwik/WGAZ
Das in der Aula der Marineschule Mürwik befindliche Ölgemälde des deutschen Schlachtschiffes BISMARCK ist umstritten – womit wäre sein dortiges Verbleiben zu rechtfertigen bzw. müsste es entfernt werden? Im Kontext des BISMARCK-Unterganges im Mai 1941 geht es immer auch um Admiral Günther Lütjens, Namensgeber eines Zerstörers der Bundesmarine – können seine letzten Funksprüche wirklich nur als Treueschwüre eines überzeugten 'Nazis' verstanden werden?
Von: 
Dieter Hartwig
Tagungsankündigung
Nachdem sich die Forschung der Behandlung und Versorgung von psychischen Kriegsversehrten in den letzten Jahren angenommen hat, stellt diese Tagung zeitgenössische Nervendiskurse in Militär, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft in den Mittelpunkt und möchte deren Wechselwirkungen als auch deren praktische Konsequenzen für die Zeit von 1900 bis 1933 untersuchen. Die Tagung geht davon aus, dass Nerven als Chiffre und Konstrukt zu verstehen sind, mit denen Identitäten verhandelt wurden. Entsprechend thematisiert die Tagung sowohl die zeitgenössischen Nervendiskurse in Wissenschaft, Militär, Politik und Öffentlichkeit wie auch individuelle und kollektive psychische Mobilisierungs- und Leidenserfahrungen. Der räumliche Schwerpunkt liegt dabei auf Deutschland, das im europäischen Kontext analysiert wird.
Rolf Johannesson als Konteradmiral der Kriegsmarine, Quelle: Marineschule Mürwik/Wehrgeschichtliches Ausbildungszentrum
Konteradmiral Rolf Johannesson genoss als erster Flottenchef der Bundesmarine und Begründer der Historisch-Taktischen Tagung der Flotte hohe Anerkennung in der Marine. Seit der Veröffentlichung seiner Lebenserinnerungen unter dem Titel „Offizier in kritischer Zeit“ (1989) galt er als Vorbild. Als dies mit einer Johannesson-Büste in der Aula der Marineschule Mürwik dokumentiert werden sollte, gab es Hinweise auf Johannessons Mitwirkung an Todesurteilen noch kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, worüber er niemals gesprochen hat. Der komplexen Problematik der Ereignisse im April 1945, ihrem Beschweigen durch Johannesson sowie aktuellen Folgerungen wird im nachfolgenden Text nachgegangen.
Von: 
Dieter Hartwig
Militärisches Entscheiden. Voraussetzungen, Prozesse und Repräsentationen einer sozialen Praxis von der Antike bis zur Gegenwart
Schach! Schach! Deutsche Bildpostkarte, 1916
Die Jahrestagung 2017 widmet sich militärischem Entscheiden. Sie zielt auf eine epochenübergreifende Historisierung und Dekonstruktion eines häufig unkritisch übernommenen Konzepts. Damit stehen die Strukturen des Entscheidens im Mittelpunkt der Analyse, nicht die einzelne Entscheidung.
Von: 
Christoph Nübel

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